Ende der Zeit­zeugen­schaft?
Bis 5. Juni 2022

Ende der Zeit­zeugen­schaft?

Was geschieht, wenn die letzten Überlebenden des Holocaust gestorben sind? Wie können die Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Zukunft authentisch vermittelt werden? Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben nimmt sich in der Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ der Frage nach dem Erinnern an. In fünf Kapiteln werden in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber Geschichte und Zukunft der Zeitzeugenschaft beleuchtet.

Worum geht's?

Mit der Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft“ hinterfragt das Jüdische Museum Augsburg das Erinnern und damit insbesondere die Bedeutung von Zeitzeugenberichten aus der Zeit des Holocaust. Denn nachdem in den späten 1980er Jahren das Interesse an Zeitzeugen stieg, wurden hunderttausende Interviews geführt und filmisch festgehalten. Doch unter welchen Bedingungen sind diese entstanden? Welche Rolle spielt der Interviewer für das Zustandekommen des Berichts? Und was wurde herausgeschnitten?

In der Ausstellung steht daher die Erinnerung an den Holocaust und insbesondere die Überlieferung in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeugen im Mittelpunkt. Dabei wird nicht nur eine etwaige „Gemachtheit“ der Interviews und die gesellschaftliche Erwartungshaltung dahinter hinterfragt, sondern auch mit Überlegungen beispielsweise zu digitaler Konservierung als Form des Erinnerns der Blick in die Zukunft gerichtet.

Ein amerikanischer Soldat läuft am Tag der Befreiung durch die Tore des Konzentrationslagers Kaufering I (Landsberg).

Bereits vor den einsetzenden NS-Prozessen der 1960er Jahre tauchen gesellschaftliche Phantasien über eine mögliche Rache der Überlebenden auf.

Die Ausstellung in Augsburg

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Jüdischen Museum Hohenems in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Flossenburg – für den Ausstellungsort in Augsburg wurde diese aber nochmal wesentlich überarbeitet. So erwarten euch dort Interviews von Augsburger und schwäbischen Zeitzeugen und deren Nachfahren, die bisher zum Teil noch nicht öffentlich gemacht wurden. Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Filmvorführungen und Performances.

Alle Infos in Kürze:

Ort: Jüdisches Museum Augsburg Schwaben, Standort Ehemalige Synagoge Kriegshaber Ulmer Straße 228, 86156 Augsburg

Eintritt: 6,00 | 3,00 € ermäßigt

Öffnungszeiten: Donnerstag – Sonntag: 14:00 – 18:00 Uhr

Bildnachweise

Header: Verhandlungssaal im Römer in Frankfurt, Dezember 1963; Foto: Lutz Kleinhans, © Brigitte Kleinhans

Bild 1: © US Holocaust Memorial Museum, Washington

Bild 2: Bernie Krigstein. Master Race, in: Impact, No.1, April 1955, © Jüdisches Museum Hohenems