tim Staatliches Textil- und Industriemuseum

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Öffnungszeiten
Provinostraße 46
86153 Augsburg
Montag: geschlossen Dienstag: 09:00 - 18:00 Uhr Mittwoch: 09:00 - 18:00 Uhr Donnerstag: 09:00 - 18:00 Uhr Freitag: 09:00 - 18:00 Uhr Samstag: 09:00 - 18:00 Uhr Sonntag: 09:00 - 18:00 Uhr

Zum Anfassen und Mitmachen.

 

Update hinsichtlich des Corona-Virus

Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) schließt angesichts der dynamischen Verbreitung des Corona-Virus ab dem morgigen Samstag (14.3.20) das Haus für den Besucherverkehr. Davon betroffen sind sowohl die Dauerausstellung als auch alle Sonderausstellungen. Als Landesmuseum folgt das tim damit den von der Bayerischen Staatsregierung eingeleiteten Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung.

Die Regelung gilt zunächst bis einschließlich den 19.04.2020.

Das preisgekrönte Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) ist das erste Landesmuseum in Bayerisch-Schwaben. Das tim ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern. Errichtet durch die Stadt Augsburg und den Bezirk Schwaben.

Erlebt auf 2.500 Quadratmetern Textilgeschichte hautnah! Auf euch warten die vier Ms: Mensch – Maschine – Muster – Mode. Hier geht es um Menschen, deren Leben das Industriezeitalter radikal veränderte. Als  Besucher lernt ihr die bewegte Geschichte von Arbeiterinnen und Arbeitern, von einflussreichen Unternehmern oder Bankiers kennen. In den renovierten Shedhallen der AKS ist die Museumsfabrik des tim eingerichtet. Dort rattern historische Webstühle neben modernen Hightech-Maschinen und produzieren beispielsweise das tim-Schlossertuch oder das Fugger-Barchent.

Im Zentrum der Dauerausstellung ist nationales Kulturgut zu Hause: die einzigartige Musterbuchsammlung der Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK). Sie spiegelt über 200 Jahre Design und Mode Made in Augsburg wider. Das renommierte Atelier Brückner (Stuttgart) hat diese Stoffmuster aus den 1780er bis in die 1990er Jahre in Szene gesetzt. Über vier Meter hohe Damenfiguren dienen den Besuchern als interaktive Projektionsfläche. Diese Grazien übersetzen digitalisierte Stoffmuster eindrucksvoll in die dritte Dimension.

Für die Mode ist im tim ein eigener Laufsteg reserviert. Vom Biedermeier- bis zum Strenesse-Kleid bietet tim einen spannenden Streifzug durch die Mode- und Kostümgeschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte. Das Museum richtet den Blick aber nicht nur in die Vergangenheit, sondern zeigt auch packende Weiterentwicklungen in der textilen Welt von heute und morgen. Im Hightech-Bereich dreht sich alles um modernste Anwendungsbereiche. Von intelligenter Kleidung und künstlichem Muskel bis hin zu Produkten aus Carbon zeigt das tim die Zukunftschancen des Standorts Bayern. Für Kinder ist im tim ein eigener Museumspfad eingerichtet. Auf Aktionsflächen können Mädchen und Jungs selbst weben, stricken oder drucken.

Der rote Faden: das Navigationssystem

In den Seitenschiffen bieten sich zwei parallele Erzählstränge, die sich konzentrisch um die Musterbuchsammlung legen: Erstens die Produktionsschritte der Textilherstellung vom Rohstoff bis zum gefertigten Kleidungsstück und zweitens sieben Kabinette, die die Modellansicht des Themenbereiches "Textilveredelung" veranschaulichen. Lasst euch durch die Geschichte führen und in Geschichten entführen. Den visuellen roten Faden bildet, vom Ablauf des Produktionsprozesses inspiriert, eine markante Bodengrafik. Sie navigiert euch als Leit- und als selbsterklärendes Informationssystem durch die Räume.

Die Produktion – Textile Veredelung im Prozess

Als besondere Attraktion und unverwechselbares, sinnliches Erlebnis gilt die Besichtigung der umfangreichen Maschinensammlung. Ihr erhaltet im Rahmen von Führungen direkten Zugang zu den ratternden Maschinen, die Teil des Museumsparcours sind. Der Dialog der Exponate mit dem authentischen Ort macht den Raum als Arbeitsstätte neu erlebbar. Große Wandgrafiken mit Bildern historischer Produktionsstätten binden die funktionsfähigen Maschinen in das raumgreifende Sujet ein und erweitern die Shedhallen in ihre geschichtliche Dimension hinein. Inszeniert als Atelier ist hingegen der Kopfbau der AKS. In der großzügigen, abgedunkelten Halle geht es um die Veredelung der Stoffe u. a. durch den Augsburger Kattundruck, Entwurf, Schnitt und Fertigung. Der Parcours veranschaulicht die vielfältigen Arbeitsschritte vom Stoffmuster über das Design bis zum fertigen Kleidungsstück und endet mit der Kostümsammlung des Museums.

Historie: von 1600 bis heute

Parallel zum ausgestellten Produktionsprozess beleuchten Ausstellungskuben mit begehbaren Raumbildern die Geschichte der bayerischen Textilindustrie schlaglichtartig. Verfolgt die historische Entwicklung des Weberhandwerks vom 16. Jahrhundert über die Blütezeit der Textilindustrie im 18. und 19. Jahrhundert bis zum weitgehenden Niedergang der Textilindustrie im 20. Jahrhundert. Der letzte Themenraum widmet sich den Zukunftschancen von Hightech-Textilien.

Raumbilder – Kohärenz von Raum und Inhalt

Die inhaltsgeprägten Raumbilder des Museums versuchen, euch unmittelbar für ein bestimmtes Thema zu sensibilisieren und so den Zugang zu den komplexen historischen Hintergründen zu erleichtern. Dabei steht immer das Exponat im Vordergrund, das Protagonist und geschichtsträchtiges Medium zugleich ist. In den Raumbildern entfalten die Exponate ihre erzählerischen Qualitäten und animieren euch als Besucher zum Entschlüsseln von Details. Das umfangreiche Angebot an verschiedenen Informations- und Vertiefungsebenen – wie Raumbild, Thementexte, Objektbeschreibung und interaktiven Terminals – runden den explorativen Charakter des Rundgangs ab.

Zahlen & Fakten
  • Standort: Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS) – gegründet 1836
  • Bauzeit: Juli 2007 bis Januar 2010
  • Architekt: Prof. DI Klaus Kada (Graz)
  • Innengestaltung: Atelier Brückner (Stuttgart) 
  • Ausstellungsfläche: 2.500 qm Dauerausstellung, 1.000 Quadratmeter Sonderveranstaltungen
  • Museumsleiter: Dr. Karl Borromäus Murr
Bildnachweis

Bilder: Eckhart Matthäus, Maik Kern

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