Mit Sylvia Beyerle aka Mom Bee
Seelenorte in Augsburg

Mit Sylvia Beyerle aka Mom Bee

Sylvia Beyerle aka Mom Bee ist eine Augsburger Jazz-, Blues- und Soulsängerin sowie bildende Künstlerin. Mom Bee hat sich leidenschaftlich der Kunst und Musik verschrieben. In ihrem Augsburger Atelier „Salon Mom Bee“ betreibt sie eine exklusive Kleinkunstbühne, für geladene Gäste, mit einzigartigen Veranstaltungen aus Musik, Literatur, bildender Kunst und Schauspiel.


Für mich gibt es in Augsburg viele Orte, die ich als Seelenorte oder auch 'soul points' bezeichne. Das sind für mich einzigartige Orte, wo ich nicht nur ganz besondere Menschen treffe, sondern wo ich im wahrsten Sinne des Wortes meine Seele baumeln lassen und meinen Akku laden kann. Interessanterweise sind all meine Seelenorte im Domviertel angesiedelt, was vielleicht daran liegt, dass ich hier sehr lange gewohnt habe und sich für mich jeder Besuch wie ein Heimkommen anfühlt.

Mein Rundgang startet mit dem Kätchen's in der Peutingerstraße. Hier trinke ich gerne einen Espresso oder Tee, lasse mich durch die kreative Umgebung inspirieren und genieße die Heimeligkeit, die Lisa Mc Queen und ihr Geschäft ausstrahlen. Dieses ist ja Modegeschäft und Café zugleich – und dieser bunte Mix ist eine wahre Wonne. Ob gehäkelt oder gestrickt, gebackene oder selbst kreierte Kleidungsstücke, alle Produkte werden von Lisa mit viel Liebe zum Detail gefertigt, Seelenarbeit quasi.

Von hier ist es nicht weit zum Dom, der alleine für sich schon ein Seelenort per se ist. Er hat aber auch einen wunderschönen Innenhof und eine Krypta mit einer Marienfigur. Dieser Ort mit seiner reinen Schlichtheit stellt für mich alles in den Schatten. Hier auf der Holzbank zu sitzen und das gedämpfte Licht, die Ruhe, ja, die ganze Atmosphäre auf mich wirken zu lassen, hilft mir Kraft zu tanken, zu entspannen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Das Schönste im Dom ist wohl die Maria in der Krypta.

Ist der Akku voll, gehe ich vom Dom aus gerne die Frauentorstraße entlang zum KArisMA, einem Café, das nicht nur durch seine Offenheit und Weltsicht überzeugt. Die Gastgeberin Maria vermittelt einem außerdem das Gefühl wie zuhause bei Mama zu sein. Bei einem Stück selbstgebackenen Kuchen kann ich dort prima den Nachmittag genießen und wenn mir danach ist, gleich für den Abend mein Lieblingsgericht, welches immer mit ganz frischen Zutaten zubereitet wird, vorbestellen. Und bei einem ausgewählten Glas Wein auf der liebevoll hergerichteten Terrasse im Hinterhof fühle ich mich beinahe wie in Italien.

Als ich noch im Domviertel gewohnt habe, war ich auch sehr oft im Hofgarten und habe dort die Sonne mit einem Buch auf der grünen Wiese genossen. Der Hofgarten ist ein wahrer Soulgarten. Hier treffen sich Atmosphäre und Gemeinschaftsgefühl. Egal, ob jung oder alt, man chillt gemeinsam und genießt diese Ruhe. Und abends kann man immer eine Flasche Wein mit Freunden genießen. 

„Dieses Urbane, was das Domviertel ausstrahlt, ist in Augsburg einzigartig. “
MomBee

Abends geht es weiter zu einem meiner neuen Lieblingsorte in Augsburg. Bei Mama Soul werden für mich Erinnerungen wach. Als ich als Studentin noch in der Georgenstraße wohnte, bin ich nahezu täglich an der Bäckerei vorbei gekommen, um mein Frühstück zu holen. Heute ist hier das Mama Soul – und die Theke ist noch dieselbe, das Angebot aber einmalig und modern. Bei meinem ersten Besuch hatte ich nicht das Gefühl ein Gast, sondern vielmehr Teil der Familie zu sein. Die Inhaber nehmen jeden Gast ganz selbstverständlich und unaufdringlich in Empfang. Man betritt kein Lokal, sondern ein Wohnzimmer, in welchem man sich wohlfühlt und Inspiration findet. Jedes Möbelstück ist dabei mit Liebe zum Detail ausgewählt und erzählt seine eigene Geschichte. Zu Essen gibt es türkische Mezze und Soul-Food vom allerfeinsten. Ich empfehle persönlich eine Platte mit unterschiedlicher Auswahl und dazu einen Raki. Mama Soul ist Authentizität pur und mit viel Herz und Seele gemacht. Jeden Donnerstag findet hier „Soul in the Kitchen“ statt, wofür sich Musiker jeglicher Couleur für eine Jam-Session einfinden.

Nach dem Mama Soul lohnt sich auf dem Heimweg ein Abstecher ins Kulturcafé Neruda, ein Seelenort ganz anderer Art. Egal, ob fünf Minuten oder drei Stunden – das Neruda ist wie ein zweites Wohnzimmer für mich. Fikret, der Gastgeber kümmert sich geradezu väterlich um seine Gäste. Im lockeren Ambiente, ganz ohne Dresscode genieße ich hier immer Live-Musik und Kunstausstellungen und freue mich, Menschen aller Generationen aus aller Welt kennenzulernen. Hier kann man auch mit nur fünf Euro in der Tasche einen wunderbaren Abend erleben. Ein Tipp: Lasst euer Smartphone zu Hause oder schaltet es aus, denn soviel reichhaltige Information und Inspiration muss einfach pur und ohne Ablenkung genossen werden. Am Ende des Tages werdet ihr in jedem Fall seelenbereichert nach Hause gehen. 

Bei Mama Soul gibt es eine breite Auswahl an türkischen Mezze sowie Soul-Food.

Bildnachweis

Header: Sylvia Bayerle

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