Eine Zeitreise durch die Mode
Die neue Ausstellung im Schaezlerpalais

Eine Zeitreise durch die Mode

Ballkleider, Hochzeitskleider, Kommunion und Taufe: Besondere Anlässe im Leben sind stets mit besonderer und vor allem angemessener Kleidung verbunden . Die neue Ausstellung im Schaezlerpalais befasst sich genau mit diesem Thema: „Um angemessene Kleidung wird gebeten. Mode für besondere Anlässe von 1770 bis heute“. Sie wird nach Ende des Lockdowns eröffnet.

Anhand von Damen-, Herren-, Kinder- und Puppenkleidung aus vier Jahrhunderten geht die Ausstellung modischen Entwicklungen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach. 

Die Exponate der Ausstellung stammen zum großen Teil aus der umfangreichen Privatsammlung von Ralf Schmitt. Er lebt in Trier und arbeitet dort an der Hochschule im Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Modedesign. Seit seiner Kindheit sammelt Schmitt historische Mode von 1750 bis 1960 und restauriert sie.

Einen ersten Einblick in die Präsentation bieten die Kunstsammlungen und Museen Augsburg schon jetzt auf einer multimedialen Ausstellungsseite. Zum Einstieg geht es um Outfits, die besonders in Erinnerung blieben. Zu sehen gibt es außerdem Ausstellungs-Impressionen zu angemessener Kleidung für die Hochzeit oder auch zum Ball. Sammler Ralf Schmitt weiß zu den Stücken die eine oder andere Anekdote oder Kuriosität zu berichten. Mit Kuratorin Julia Quandt und der jungen Modedesignerin Paula Forster geht es zudem auf eine kunsthistorische und modische Zeitreise durch die Jahrhunderte. Bilder und Texte vervollständigen die Sonderseite.

Exponate der Ausstellung

Ein Großteil der über 100 Objekte der Ausstellung stammt aus der Sammlung von Ralf Schmitt.

Kleider und Porträts

Porträt-Gemälde treten in Dialog mit der Mode.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Gemälde aus dem Bestand der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Zu sehen sind 19 Porträts aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, die zum Teil zum ersten Mal ausgestellt werden. Sie treten in einen Dialog mit den Kleidungsstücken und veranschaulichen den Modegeschmack der jeweiligen Zeit sowie das zur jeweiligen Zeit vorherrschende Frauenbild.

Über Jahrhunderte bestimmten festgelegte Kleiderordnungen, wie man sich anzuziehen hatte. Materialien, Schnitte, Farben, Dekore und Accessoires wurden dem Anlass und Stand entsprechend vorgegeben – mitunter sogar per Gesetz. Der Bruch mit diesen Dresscodes war noch bis in die 1960er Jahre so gut wie unmöglich und konnte gesellschaftliche Sanktionen nach sich ziehen.

Auch wenn heute die individuelle Einstellung zur Mode eine größere Rolle bei der Kleiderwahl spielt, wird die Frage nach einem angemessenen Outfit immer noch viel diskutiert. Dieser Frage und weiteren spürt die Ausstellung „Um angemessene Kleidung wird gebeten“ mit ihren über 100 Objekten nach.

Bildnachweise

Bild Header & Teaser: Sammlung Ralf Schmitt

weitere Bilder: Monika Harrer/ Kunstsammlungen & Museen Augsburg