Kunstschätze der Zaren – Meisterwerke aus Schloss Peterhof
Bis 15. März

Kunstschätze der Zaren – Meisterwerke aus Schloss Peterhof

Vom 15. Dezember bis 15. März zeigen die Kunstsammlungen und Museen Augsburg im Schaezlerpalais die Sonderausstellung „Kunstschätze der Zaren – Meisterwerke aus Schloss Peterhof“. Im Zeichen für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Bayern und der Russischen Föderation werden Einblicke in das Leben der Zaren im 17. und 18. Jahrhundert gewährt. Passend zur Ausstellung erwarten euch jeden Dienstag um 11 Uhr Themenführungen.

Kunstschätze der Zaren

Die gemeinsam mit den russischen Kollegen getroffene Auswahl repräsentiert ein Stück höfische Kultur des 18. Jahrhunderts, die im Schaezlerpalais gewissermaßen ihr Augsburger Pendant findet. Anhand der vielschichtigen Objekte – darunter Gemälde, Porzellane, Gläser, Textilien und Möbel – gibt die Ausstellung einen tiefen Einblick in die Welt der Zaren, wie sie so in Deutschland noch nie zu sehen war.

Die Ausstellung vereint eine exquisite Auswahl der in Schloss Peterhof aufbewahrten und ausgestellten Objekte, darunter Gemälde aus dem Lustschloss Monplaisir, wo Peter der Große die erste profane Gemäldesammlung Russlands aufbewahrte, Kleidungsstücke aus dem Besitz Zar Peters und Katharina der Großen oder eine festlich eingedeckte Tafel des höfischen Zeremoniells. Die einmalige Präsentation verdeutlicht die Bedeutung der Kunst des Barock und Rokoko als international geprägten Stil, der auch in der Architektur und Ausstattung des Schaezlerpalais sichtbar ist.

Porträt Katharinas II. vor einem Spiegel aus dem Jahr 1764 (Öl auf Leinwand)

Die in der Ausstellung gezeigte Porträtgalerie mit Bildnissen der Zarenfamilie sowie von Personen ihrer engsten Umgebung stellt herausragende Beispiele der Gemäldesammlung des Museums vor, die Arbeiten russischer und westeuropäischer Künstler des 18. Jahrhunderts vereint. Bei ihrer Arbeit an den Bildnissen von Privatpersonen und Vertretern des russischen Hochadels wandten die Maler die Errungenschaften ihrer Zeit an, darunter insbesondere die Natürlichkeit bei der Wiedergabe von Gesichtszügen, Figur und Körperhaltung sowie die Repräsentativität und die zurückhaltende Noblesse.

Unter Peter dem Großen begann sich in Russland auch die angewandte Kunst stärker zu entwickeln, insbesondere der Stil des Rokoko überzeugte. Für Rokoko-Möbel charakteristisch sind fließende Formen, geschwungene Konturen und versteckte Konstruktionslösungen. Das Dekor bilden ornamentale Girlanden, Gitter, S-förmige Voluten, Blattranken und Blumengirlanden. Das wichtigste Element war die modifizierte Muschel, wie eine Blüte geschwungen und mit gezacktem Rand. Charakteristisch war ebenso die Verwendung wertvoller Materialien.

Vergoldetes Kästchen aus Bronze und Stahl (Anfang 18. Jahrhundert)

Schloss Peterhof

1714 legte Zar Peter der Große nahe St. Petersburg den Grundstein zu Schloss Peterhof, dem russischen Versailles, mit dem Ziel, in ihrer Großartigkeit die berühmten königlichen Residenzen Europas zu übertrumpfen. Dieses diente zwei Jahrhunderte als Sommerresidenz oder auch „Datscha“, der Zaren. Das Schloss wurde im zweiten Weltkrieg beinahe vollständig zerstört und bis heute aufwendig konstruiert. Jedoch gelang es, viele der Kunst- und Ausstattungsgegenstände des Palastes zu evakuieren. Die Objekte werden im Augsburger Schaezlerpalais erstmals in Deutschland gezeigt. Dabei handelt es sich um weit über 100 original erhaltene Objekte russischer und westeuropäischer Provenienz aus Schloss Peterhof. Heute vermittelt Schloss Peterhof – seit 1990 Weltkulturerbe der UNESCO – wieder einen umfassenden Eindruck der höfischen Kunst sowie Wohn- und Tischkultur im Russland und Europa des 18. Jahrhunderts.

Bildnachweis

Header: Regio Tourismus Augsburg GmbH

Porträt Katharina: V.K. Korolev

Kästchen: The Peterhof State Museum Reserve