Stiften gehen!
Wie man aus Not eine Tugend macht

Stiften gehen!

Am 23. August 2021 feierte die älteste erhaltene Wohnsiedlung der Welt, die Augsburger Fuggerei, ihr 500-jähriges Stiftungsjubiläum. Zu diesem Anlass gibt es vom 28. August bis 28. November die Sonderausstellung „Stiften gehen! Wie man aus der Not eine Tugend macht“ im Maximilianmuseum.

Wer kennt sie nicht: die Fuggerei in Augsburg. In diesem Jahr ist es 500 Jahre her, dass Jakob Fugger der Reiche die älteste Wohnsiedlung der Welt gestiftet hat. Und das in einer Zeit, die als Goldene Zeit in das Gedächtnis der Stadt eingegangen ist. Doch wie passt diese glänzende Epoche mit einer Wohnraumstiftung für „arme Leut“ zusammen? Und was für eine Gesellschaft macht Stiftungen wie diese notwendig? Fragen, denen die Ausstellung „Stiften gehen! Wie man aus Not eine Tugend macht“ nachgeht.

Meisterwerke der Goldenen Zeit von bedeutenden Künstlern wie Albrecht Dürer, Hans Burgkmair d. Ä. oder Hans Daucher lassen die damalige Pracht der Fuggerstadt aufleben. Zu sehen sind lokale, überregionale und internationale Kunstwerke, darunter Klassiker der Kunstszene, wie „Die drei Stände der Christenheit“ von Bartholomäus Bruyn d. Ä., aber auch Objekte, die bisher noch nie gezeigt wurden.

Augsburger Kunstschaffende setzen zudem berührende Zeugnisse vergessener Schicksale lebendig in Szene, unter anderem mit einem Rap und einer Graphic Novel. Das Entstehen der Ausstellung mit den lokalen Akteuren lässt sich übrigens über eine eigene Webseite miterleben.

Obwohl die Zeit der Fuggerei-Stiftung weit weg scheint, zeigen sich bei genauem Hinsehen erstaunliche Parallelen zu der von der Corona-Pandemie geprägten Gegenwart: Auch damals waren die Menschen Klimawandel, Seuchen und einem unaufhaltsamen Wertewandel ausgesetzt.

„Wie man vor 500 Jahren auf Krisen reagiert hat, was Stiftungen damit zu tun haben und welche urmenschlichen Phänomene uns über die Zeiten verbinden, wird die Ausstellung erlebbar machen.“
Kuratorin Dr. Heidrun Lange-Krach

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Gut zu wissen

Programm und Veranstaltungen

Öffentliche Führungen für Erwachsene: jeden Samstag zwischen 14 und 15 Uhr

Ins Museum und durch die Stadt: Ausgangspunkt ist die Sonderausstellung, in der sich alles um Stiftungen und die Lebenswelt des 16. Jahrhunderts dreht. Danach geht es weiter in die Stadt zu markanten Orten des Stiftungswesens. Jeden Samstag ab 10:30 Uhr.

Känguru-Führungen: Eltern mit Babys sind in dieser Führung herzlich willkommen! In entspannter Atmosphäre wird durch die Ausstellung geführt. Wickel- und Stillpausen sowie Kindergebrabbel werden in die Führung integriert. Ein reger Austausch der Eltern ist gewünscht. Jeden 2. und 4. Freitag im Monat ab 10:30 Uhr.

Mittagssnack: In diesen halbstündigen Führungen lernen die Gäste die Highlights der Ausstellung kennen. Jedes Mal gibt es andere Themen. Jeden Dienstag und Donnerstag ab 12:00 Uhr.

Laute und Leise Stunden: Die Leisen Stunden finden jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr statt. Zu dieser Zeit bitten wir um Stille in den Ausstellungsräumen, es finden keine Führungen statt. Die Lauten Stunden finden am freitags von 14 bis 17 Uhr statt. Zu dieser Zeit ist diskutieren, lachen und singen gewünscht.

Öffentliche Führungen in einfacher Sprache: Führung durch die Ausstellung in einfacher Sprache. Während der Führung dürfen Dinge ausprobiert und angefasst sowie alle Fragen gestellt werden. Termine: Donnerstag, 30. September, 28.Oktober und 25.November jeweils von 17 bis 18 Uhr.

Öffentliche Führungen für sehbehinderte und blinde Menschen: Führung durch die Ausstellung mit bildhaften Beschreibungen. Mit Hilfe von Tablets erklärt der Tourguide sehbehinderten Menschen die einzelnen Kunstwerke, Tast-, Riech- sowie Musikstationen lassen die vergangene Welt lebendig erscheinen. Termine: Donnerstag, 16. September, 14. Oktober und 18. November von 17 bis 18 Uhr.

Öffentliche Führungen in Gebärdensprache: Führung durch die Ausstellung in deutscher Gebärdensprache. Die Termine bitte der Homepage entnehmen.

Themenführung am Abend: Die Ausstellung und die Lebenswelt des 16. Jahrhunderts anhand ausgewählten Themen kennenlernen. Die Themen variieren jede Woche. Jeden Donnerstag von 18 bis 19 Uhr.

Familienführung für Kinder und Erwachsene: Die Familienführung für Groß und Klein bietet allen Teilnehmern das gemeinsame Erlebnis eines Rundganges durch die Ausstellung. Jeden Sonntag von 14 bis 15 Uhr.

Führungen für Schulklassen:
- Lebenswelt im Augsburg der Fuggerzeit
- Familie und Gesellschaft in der Fuggerzeit – Augsburgs Glanz und Schattenseiten
Termine buchbar

Weitere Angebote

Eine App und ein Audioguide bieten Rundgänge in Deutsch, deutscher Gebärdensprache, vereinfachter Sprache und einen Rundgang für Kinder sowie Hörobjekte und Musikstationen an.

Die Objektbeschilderung erscheint in einem Begleitheft, das auch in Englisch angeboten wird.

An der Kasse gibt es diverses Begleitmaterial, unter anderem für Kinder.

In einer extra für die Ausstellung erstellten Graphic Novel verstecken sich zahlreiche Eastereggs – die für ein Gewinnspiel entdeckt werden können.

Ein Mehr-Sinne-Pfad mit zwei Spielstationen und neun weiteren Stationen befindet sich innerhalb der Ausstellung.

An der Interaktionswand im Viermetzhof können sich Gäste nach dem Ausstellungsbesuch austauschen und ihre eigenen Vorschläge für Stiftungen anbringen.

Bild-, Video- und Textnachweis

Header: Hans Burgkmair d. Ä. (1473-1531), Hochzeitsbildnis des Jakob Fugger und der Sibylle Artzt, Lindenholz, Augsburg 9. Januar 1498 © Schroder Collection, on long-term loan to the Holburne Museum, Bath, United Kingdom

Video und Text: Kunstsammlungen und Museen